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»Es ist normal,
verschieden zu sein«
(Richard von Weizäcker)

Tanz mit und ohne Handicap

Aktionstag des Körperbehindertenverein Ostwürttemberg auf dem Bahnhofsvorplatz

Den bundesweiten Aktionstag der Aktion Mensch unter dem Motto „Schon viel erreicht. Noch viel mehr vor“ hat der Körperbehindertenverein Ostwürttemberg (KBVO) zum Anlass genommen, einen Aktionstag auf dem Bahnhofsvorplatz zu veranstalten. Neben Tanzvorführungen der Rollstuhlgruppe unterstützten Vereine und Institutionen die Veranstaltung.


Darfs ein Tänzchen sein? Anlässlich des bundesweiten Aktionstags der Aktion Mensch verwandelte der Körperbehindertenverein Ostwürttemberg am Samstag den Bahnhofsvorplatz in ein Tanzparkett für Menschen mit und ohne Handicap. (Fotos. opo)

Der Bahnhofsvorplatz in Aalen gehörte am Samstag dem Tanz, der guten Laune und – der Inklusion. Inklusion bedeutet die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen in der Gesellschaft, also ein gleichberechtigtes Nebeneinander von Menschen mit und ohne Handicap. Wie einfach das sein kann und dass alle denselben Spaß dabei haben können, bewies der Körperbehindertenverein Ostwürttemberg mit seinem Aktionstag. Damit beteiligte sich der KBVO am bundesweiten Aktionstag der Aktion Mensch, der in diesem Jahr unter dem Motto „Schon viel erreicht. Noch viel mehr vor“ steht.

Die Organisation Aktion Mensch setzt sich seit 50 Jahren für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung ein. Der Bahnhofsvorplatz verwandelte sich an diesem Tag in einen idealen Platz für das bunte Treiben und eine Tanzfläche für Menschen mit und ohne Behinderung. Rollstühle und Fußgänger drehten sich und klatschten begeistert zu den Rhythmen der Musik und unter der Anweisung von Tanzlehrerin Sylvia Scherer.


Egal ob im Rollstuhl sitzend oder auf zwei Beinen stehend: Zu den Rhythmen der Musik bewegt sich jeder, wie er vermag.

Die Rollstuhlgruppe des KBVO trifft sich regelmäßig einmal im Monat in den Räumlichkeiten der „Neuen Tanzschule“, gleich neben dem „Alten Postamt“. Doch am Samstag hatten sie ihren großen Auftritt auf dem Bahnhofsvorplatz und vor Publikum. Sylvia Scherer weiß die Tanzpaare zu motivieren und anzuleiten. Kleine Schummler entdeckt sie sofort, aber scherzt: „Wer gut schummelt, kann gut tanzen.“

Beim Samba kommen die Fußgänger auch mal ins Schwitzen, denn der Platz hat ein leichtes Gefälle, und „ es ist wirklich anstrengend, den Rollstuhl bergauf zu schieben“, erklärt Sylvia Scherer den Zuschauern.

Doch das tut der guten Laune der Tänzer keinen Abbruch. Tanzen gebe eben ein gutes Gefühl, egal ob mit oder ohne Rollstuhl, betont Scherer.

Elke Schillinger vom Regionalen Wohnverbund bedankt sich bei den Tänzern mit selbstgefalteten Herzen. „Das war etwas fürs Auge und fürs Herz“, meint sie. Der „Club Agilando“ von der Neuen Tanzschule zeigt mit seinen anschließenden Vorführungen, dass man auch im Alter noch fit sein und Freude am gemeinschaftlichen Tanzen haben kann. In den Club Agilando können unternehmungs- und lebenslustige Menschen kommen, auch ohne Partner, erklärt Claudia Röck von der „Neuen Tanzschule“. „Tanzen fördert die Koordination und Konzentration“, ergänzt sie.

Der Aktionstag unter dem Motto hilfsbedürftiger Menschen wird von mehreren Vereinen mit Informationsständen unterstützt. Am Stand „Lebenswert“ bei Geschäftsführer Rudolf Wiedmann bekommt man alles Wissenswerte zum Thema Intensivpflegedienst. Ebenso sind der KBVO und die Agenda-Gruppe „Aalen barrierefrei“ mit umfassendem Informationsmaterial vertreten.

Claudia Röck, Mitorganisatorin und Inhaberin des Tanzlokals „Altes Postamt“ freute sich über gezielte Anfragen von Besuchern. „Wir hatten viele interessante Gespräche“, zieht sie Bilanz. Das „Alte Postamt“, das zugleich Inklusions-Café ist, sorgte an diesem Tag für die Bewirtung.

Ute Ziegler, Schwäbische Post