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»Es ist normal,
verschieden zu sein«
(Richard von Weizäcker)

Aalen bekommt einen Behinderten-Beirat

Lange hat die Agendagruppe Aalen barrierefrei für einen Behinderten-Beirat gekämpft. Das Ziel ist nah. Aber die Frage des Budgets ist noch offen.

„Wir brauchen nicht das große Geld, aber wir müssen ein bisschen Handlungsspielraum haben“, sagt Ingrid Gottstein. „Ein gewisses Startkapital muss sein“, stellt Oswald Tretter klar. Und Silke Weißenburger nennt eine Summe: „10000 Euro brauchen wir mindestens.“

Alle drei sind in der Agendagruppe Aalen barrierefrei aktiv und am Montagabend mit am Tisch gesessen, als im Rathaus der Beirat für Menschen mit Behinderung, wie er offiziell heißen soll, vorbereitet wurde. Sozialdezernent Wolf-Dietrich Fehrenbacher erinnerte an die Sparzwänge der Stadt. Man könnte auch mit 5000 oder 4000 Euro starten, findet er. „10000 Euro oder mehr können wir vergessen.“

Klar ist für ihn, dass der Behinderten-Beirat arbeitsfähig sein muss. Aber Fehrenbacher glaubt nicht, dass der Gemeinderat mitspielt, „wenn wir den Bogen überspannen“. Friedrich Erbacher, der als städtischer Beauftragter für bürgerschaftliches Engagement die Geschäfte des Beirats führen soll, schlägt einen Kompromiss vor – nämlich eine Grundfinanzierung für den Gebärdendolmetscher und einen Verfügungsrahmen für kleinere Ausgaben. Broschüren oder Gutachten müssten als Projekte definiert und anderweitig finanziert werden.

Die Budgetdiskussion wurde ohne Ergebnis vertagt. Dennoch ist die Agendagruppe ihrem Ziel ein großes Stück näherkommen. Am 7. Juli soll der Beirat für Menschen mit Behinderung zum ersten Mal tagen. Eine Arbeitsgruppe soll die Sitzung vorbereiten. Inzwischen sollen in den kommenden vier Wochen alle Beteiligten ihre Vertreter benennen.

15 stimmberechtigte Mitglieder soll der Beirat haben, zehn stellen die Betroffenen-Vereine und -verbände, etwa der Körperbehindertenverein Ostwürttemberg, der Blinden- und Sehbehindertenverband, der Gehörlosenverein, der VdK, die Agendagruppe, die Aktion Freunde schaffen Freunde oder der Verein Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen. Jeweils ein Mitglied vertritt die Selbsthilfegruppen und die Förderschulen, zwei vertreten die Einrichtungen der Behindertenhilfe.

(gäss, Aalener Nachrichten)