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»Es ist normal,
verschieden zu sein«
(Richard von Weizäcker)

 

Angetrieben von Motiven Marc Chagalls

Körperbehindertenverein schmückt Wände des Aalener Cafés „Samocca“ mit Werken aus der Kunsttherapie

„Wenn ich male, kann die Welt untergehen.“ Das sagte Günther Humboldt, der in der Chagall-AG der Samariterstiftung an der Kunsttherapie teilgenommen hat. In wöchentlichen Gruppenstunden sind eindrucksvolle Werke von Menschen mit Behinderungen entstanden, die in den nächsten Wochen im Café Samocca in der Friedhofstraße zu sehen sind.


Inspiriert von Chagall-Werken haben Menschen mit Behinderungen ihre eigenen Farbwelten entdeckt. Die Ergebnisse sind derzeit im Café Samocca zu sehen. (Foto: sik)

„Ich und Chagall“ nennt sich die farbige Schau. Die Ostalbwerkstätten der Samariterstiftung haben bereits vor zehn Jahren eine Kunsttherapieform gemeinsam mit dem Körperbehindertenverein Ostalb ins Leben gerufen, in der sich die Werkstattbesucher mit der Kunst Chagalls auseinandergesetzt haben.

Eine Auswahl der Endprodukte ist nun anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Körperbehindertenvereins und des zehnten Geburtstags des Cafés Samocca eben dort zu sehen.
Die Werke heißen einfach „Blau“ oder haben gar keinen eigenen Titel, beschränken sich auf Farbfelder oder Formen aus Chagalls „Vorlagen“, Zeichnungen, Malereien, Kirchenfenster. Eindrücke scheinen sichtbar zu werden. Die Bewegung des Pinsels ist entscheidend für die Menschen an der Leinwand, die Wirkung der Farbe auf das Gemüt, die Form der Gefühlsäußerung durch das Malen eines Bildes.

„Die Kunsttherapie hat sich als alternative Heilmethode etabliert“, sagte der Vorsitzende des Körperbehindertenvereins Ostalb, Dieter Hebel. Die Sitzungen während des Chagall-Workshops hätten gezeigt, dass die Menschen dadurch gesünder geworden sind, weil sie auf eine andere Art und Weise ihre Gefühle ausdrücken konnten.

„Die Menschen waren vom Originalbild regelrecht angetrieben“, so Hebel. Außerdem gebe man ihnen das Gefühl, einen Beitrag in der Gesellschaft zu leisten.

So wie in der Ausstellung. Sehr schön sind dort die Werke der Menschen mit Behinderungen zu sehen, daneben im Kleinformat das Original von Chagall. Jeder hat etwas anderes für sich aus dessen reichem Können gezogen und sich darin wiederfinden können.

Musikalisch begleitet von Claus Wengenmayr am Klavier, konnte sich eine stattliche Anzahl an Vernissagegästen, gegrüßt auch vom Leiter der Ostalbwerkstätten, Holger Mayr, davon überzeugen.

Sibylle Schwenk, Schwäbische Post

Die Ausstellung „Ich und Chagall“ ist im Café Samocca in Aalen bis zum 26. Oktober zu sehen.